Das Spiel im Überblick
Polo ist ein Ballspiel und eine Mannschaftssportart. Zwei Teams treten gegeneinander an, um - analog zum Fussball - jeweils mehr Tore zu erzielen als die gegnerische Equipe. Ein Polo-Team besteht nur aus vier Spielern und ist deshalb verstärkt auf die Einzelleistungen angewiesen. Wichtig ist, dass die vier Spieler als Einheit funktionieren.Jeder Spieler nimmt im Team eine bestimmte Position und Aufgabe ein, die an den verschiedenen Nummern auf den Spieler-Shirts erkannt werden. Die Nummer 1 ist die Angriffsspitze, die Nummer 2 ist der "Vorbereiter", die Nummer 3 ist der Spielmacher und damit Mittelpunkt der Mannschaft, die Nummer 4 (auch Back genannt) ist der Verteidiger, der immer auf der hintersten Position spielt.
Das Handicap eines jeden Spielers basiert auf den Leistungen einer ganzen Spielsaison und wird von einer nationalen Kommission festgelegt. Die Einstufung bewegt sich auf einer Skala zwischen -2 und +10 (über das Maximal-Handicap +10 verfügen weltweit stets nur ein gutes Dutzend Spieler, vorwiegend Argentinier). Die Kriterien hierfür sind Positionsspiel, Schlagstärke, Teamgeist und reiterliches Können. Aus den Handicaps der einzelnen Spieler errechnet sich das Gesamt-Handicap eines Teams durch einfache Addition. Hat ein Team in einem Spiel ein tieferes Gesamt-Handicap als die gegnerische Equipe, erhält es eine Torvorgabe, die der Handicap-Differenz (basierend auf einem Spiel mit 6 Chukkas) entspricht.
Selbstverständlich gehören zum Team auch die Pferde (im Polo werden sie Ponies genannt). Das Pony ist weit mehr als nur Gehilfe des Menschen. Spieler und Pferd bilden eine Partnerschaft, bei der beide Teile gleichermassen aufeinander angewiesen sind. Der Spieler muss das Pony nicht nur zu reiten wissen, er muss ihm auch Spielgeist, Konzentration, Leidenschaft und Entschlossenheit vermitteln können.
Ein Spiel besteht im Normalfall aus vier (höchstens acht) Spielabschnitten, sogenannten Chukkas. Ein Chukka dauert siebeneinhalb Minuten (reine Spielzeit). Bei Unterbrechung des Spiels, dem Sturz eines Pferdes oder wenn sich eine Bandage löst respektive das Zaumzeug in Unordnung gerät, wird die Uhr gestoppt. Fällt ein Reiter vom Pferd, wird die Zeit derweil nicht angehalten, sofern er sich nicht verletzt. Nach jedem einzelnen Chukka werden Pausen gehalten und die Pferde gewechselt. Ein Pferd darf an einem Tag in höchstens zwei Chukkas zum Einsatz kommen. In der Halbzeit-Pause - also nach zwei Chukkas - sind auch die Zuschauer gefordert, indem sie gebeten werden, die aufgeworfenen Rasenstücke auf dem Spielfeld wieder einzutreten.
Das Spiel steht unter der Leitung von zwei berittenen Schiedsrichtern, den Umpires. Können sie sich untereinander nicht einigen, entscheidet ein Oberschiedsrichter (third man) vom Spielfeldrand aus. Ausserdem sind Torrichter (ein nicht ganz ungefährlicher Job, der volle Aufmerksamkeit erfordert) im Einsatz. Sie sind notwendig, weil das Spielfeld sehr gross und der Ball sehr klein ist. Der Torrichter schwenkt die Flagge über seinem Kopf, wenn das Tor gilt, und unterhalb seiner Hüfte, wenn der Ball im Aus ist.


